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Kulturelle Brücken in Europa - erlebnisreiche Tage in Garda

   
   
   
Schüleraustausch zwischen Garda und Beilngries: vom Klassenzimmer in die Geschichte und Kultur Venetiens
   





   
In einer zunehmend vernetzten Welt bieten Schüleraustauschprogramme unschätzbare Gelegenheiten, den eigenen Horizont zu erweitern und neue Kulturen hautnah zu erleben. Der jüngste Austausch zwischen den Schulen in Garda und Beilngries stellte nicht nur die Bildung, sondern auch persönliche Begegnungen und gemeinsames Lernen in den Mittelpunkt.

   
    Bereits vor vier Monaten hatten die Schülerinnen und Schüler der beiden Partnerschulen erstmals Kontakt aufgenommen. Damals reisten 14 Jugendliche der Scuola Media Pisanello in Garda nach Beilngries und verbrachten fünf Tage in den Familien ihrer Austauschpartner vom Gymnasium Beilngries. Vom 23. bis 28. Februar 2025 fand nun der lang ersehnte Gegenbesuch in Garda statt, organisiert von den Lehrkräften Dina Lorenzi, Lisa Ströbl und Georg Denicolo. Die seit vielen Jahren bestehende Städtepartnerschaft zwischen Garda und Beilngries wird vor allem durch das Austauschprogramm der beteiligten Schulen lebendig gehalten. Wie bereits im Vorjahr konnte auch die diesjährige Fahrt nach Garda zu einem großen Teil aus Mitteln des europäischen Bildungsprogramms Erasmus+ finanziert werden. Ziel der von der EU geförderten Projekte ist es, neben dem Kennenlernen des gemeinsamen kulturellen Erbes und der gemeinsamen Werte Europas, vor allem die persönliche Begegnung und das soziale Miteinander der Schülerinnen und Schüler zu fördern. Ebenso stehen Aspekte wie ökologische Nachhaltigkeit und Inklusion im Vordergrund.
   


Bereits am ersten Tag wurde den deutschen Jugendlichen der 8. Klasse des Gymnasiums Beilngries bewusst, welch reiche Kultur die Region Venetien und insbesondere Venedig zu bieten hat. Auch für die meisten italienischen Mitschülerinnen und Mitschüler war es der erste Besuch in Venedig, und sie waren ebenso beeindruckt wie ihre Gäste von dieser einzigartigen Stadt, die zusammen mit der gesamten Lagune seit 1987 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes steht. Beide, Stadt und Lagune, zählen zu den bedeutendsten touristischen Attraktionen Europas.

Die einseitige Ausrichtung der Stadt auf Tourismus wurde den Teilnehmern schnell anhand der Vielzahl der Geschäfte und Restaurants, der Touristenmassen sowie der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur bewusst. Da jedoch am Besuchstag die öffentlichen Verkehrsmittel in Venedig streikten, musste für die Transferfahrten ein privates Boot gemietet werden. Bereits während der Überfahrt zur Piazza San Marco, wo die zweistündige Führung begann, hüllte der Nebel die Lagune und die Stadtlandschaft in ein geheimnisvolles Licht. Nicht nur der leichte Nebel, sondern auch die venezianischen Karnevalsmasken, die immer wieder im Stadtbild auftauchten, trugen zu der besonderen Stimmung bei, als die Schülergruppe vom Dom am Markusplatz, dem Dogenpalast, diversen Patrizierhäusern und Kirchen, der berühmten Rialtobrücke und den vielen Kanälen geführt wurde. Nach einem weiteren Transfer zur Insel Murano erhielten die Jugendlichen bei einer Vorführung einen Einblick in die berühmte Glaskunst und damit in einen weiteren Aspekt des kulturellen Erbes, das die vielfältige Geschichte Venedigs zu bieten hat.

Noch tiefer in die Geschichte der Region tauchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Austauschprogramms beim Besuch von Sirmione ein, wo sie in gemischten Gruppen die antiken Überreste der Villa des Catull am Ende der Landzunge von Sirmione anhand von Arbeitsaufträgen selbstständig erkundeten und so auch das Europa prägende Erbe des Römischen Reiches kennenlernten. Thematisch passend folgte ein Spaziergang durch das nahegelegene Städtchen Desenzano, das ebenfalls römischen Ursprungs ist.

Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschprogramms zwischen Beilngries und Garda lag auf nachhaltiger Lebensmittelproduktion, gesunder Ernährung und dem Erwerb von Alltagskompetenzen. In einer Mühle (Molino Bertolini) in der Nachbargemeinde Caprino lernten alle Jugendlichen gemeinsam die Produktion und Verarbeitung von Getreide kennen. Besonders viel Freude hatten sie, als sie selbst aktiv werden durften und unter fachkundiger Anleitung des Mühlenbesitzers Pizza und Brot herstellten und gleich vor Ort verzehrten.

Das Thema gesunde Ernährung wurde durch den Besuch der Hotelfachschule in Bardolino (IPSAR Luigi Carnacina) noch vertieft. Dort brachten die Schülerinnen und Schüler der Hotelfachschule allen Teilnehmern des Austauschprogramms die Zubereitung regionaler Spezialitäten wie selbstgemachte Gnocchi und Tagliatelle aus nachhaltig produzierten Zutaten bei, wobei die Schülergruppen aus Garda und Beilngries auch selbst praktisch tätig werden konnten. Gleichzeitig bot der Besuch in der Hotelfachschule einen sehr guten Einblick in die verschiedenen Berufe im Gastgewerbe und zeigte den Wert des Fremdsprachenerwerbs, denn die Kommunikation während des Vormittags in der Sekundarschule in Bardolino erfolgte dreisprachig: Englisch, Italienisch und Deutsch.

Die Region Venetien bietet nicht nur Kultur und Kulinarik, sondern setzt auch den ökologischen Gedanken um. Dies zeigte eine Wanderung durch den Energiepark bei Rivoli (Parco eolico del Monte Mesa), der in einem Naturschutzgebiet liegt und die Gewinnung erneuerbarer Energien und die biologische Vielfalt in Einklang bringen will. Entlang eines Lehrpfades konnten die italienischen und deutschen Partner gemeinsam sowohl die technologischen als auch die ökologischen Aspekte des Projektes erkunden. Der Windpark Monte Mesa, der in einem Gebiet mit Trockenwiesen und vielen wilden Orchideen liegt, ist eine Energieerzeugungsanlage mit vier Windturbinen von je zwei MW, die bei Vollbetrieb eine installierte Gesamtleistung von acht MW haben. Der Rundweg durch die beeindruckende Landschaft des Windparks bot den Schülerinnen und Schülern viele Gelegenheiten, die besondere Flora und Fauna hautnah zu erleben.

Ein Spaziergang von Bardolino nach Garda am letzten Besuchstag bei frühlingshaften Temperaturen, die gemeinsamen Freizeitaktivitäten und der letzte Abend, an dem auch die italienischen Gasteltern und die Kolleginnen und Kollegen der Partnerschule anwesend waren, boten den Jugendlichen beider Nationen weitere Gelegenheiten zum intensiven Austausch. Besonders vorteilhaft war, dass die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8d des Gymnasiums Beilngries bei diesen Gelegenheiten ihre Projektpartner der italienischen Scuola Media Pisanello im Rahmen des kürzlich gestarteten eTwinning-Projekts persönlich kennenlernen konnten. Das Projekt ist aus dem Erasmus+ Short Mobility Project und den dadurch ermöglichten intensiven Begegnungen bei Job-Shadowing-Aufenthalten und Austauschprogrammen zwischen den beiden Schulen in Garda und Beilngries entstanden und wird in diesem Schuljahr gemeinsam mit einer weiteren Schule in der Türkei durchgeführt. Durch digitale Zusammenarbeit arbeiten die beiden Schülergruppen gemeinsam an einem Thema: "Wie KI Lehr- und Lernprozesse in unseren Schulen verändern kann / gerade verändert hat". Nach Abschluss des Projekts soll geprüft werden, wie die Zusammenarbeit auch auf dieser Ebene ausgeweitet werden kann.

Mit unvergesslichen Erinnerungen und vertieften Freundschaften kehrten die Schülerinnen und Schüler nach Hause zurück. Der Austausch zwischen Garda und Beilngries hat nicht nur den Horizont erweitert, sondern auch die Bedeutung von Gemeinschaft und Zusammenarbeit in einer globalisierten Welt verdeutlicht. Die gemeinsamen Erlebnisse und das neu gewonnene Wissen werden den Schülerinnen und Schülern noch lange in Erinnerung bleiben und sie in ihrem weiteren Bildungsweg begleiten. Dieser Austausch ist somit ein lebendiges Beispiel dafür, wie Bildung, Kultur und Freundschaft Hand in Hand gehen können, um Brücken zwischen Kulturen zu bauen und eine bessere Zukunft in Europa zu gestalten.








   
   





   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   















   
   
   
   
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