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Job Shadowing in Mals/Burgeis im Rahmen des ErasmusPlus-Projektes

   
   
   
    Vom 23. bis 27. September 2024 verbrachten Roland Heimisch und Christoph Ströbel im Rahmen des ErasmusPlus-Projekts des Gymnasiums Beilngries eine sehr interessante Unterrichtswoche an den Partnerschulen "Fachschule für Land- und Forstwirtschaft Fürstenburg" in Burgeis und Oberschulzentrum „Claudia von Medici“ (OSZ) in Mals, um das Schulleben dort näher kennenzulernen, im Unterricht der Fächer Deutsch, Englisch und Katholische Religionslehre zu hospitieren, einen Einblick in die Schulverwaltung zu erhalten und schließlich gemeinsam mit den verantwortlichen Lehrern Werner Oberthaler, Ruth Kofler und Ulrich Moriggl das Austauschprogramm für die Gruppenmobilität im Oktober 2024 vorzubereiten.    
   
   


Beschreibung der schulischen Situation:

Im Schuljahr 2024/25 unterrichten etwa 75 Lehrkräfte in den Jahrgangsstufen 9 bis 13 am OSZ in Mals. Das Schulgebäude ist modern ausgestattet. Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler pro Klasse ist mit 15 bis 20 relativ gering. Insgesamt werden am OSZ in diesem Schuljahr 522 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.

Eine Besonderheit des OSZ Mals liegt darin, dass sich drei Schulen unter einem Dach befinden: Das Sozialwissenschaftliche Gymnasium (SoGym) mit dem Schwerpunkt Volkswirtschaftslehre, die Fachoberschule für Wirtschaft (FoWi) mit den Fachrichtungen Verwaltung, Finanzwesen und Marketing sowie die Sportoberschule mit dem Landesschwerpunkt Alpinsportarten. Der Unterricht am OSZ ist über den ganzen Tag verteilt, viel Schülerinnen und Schüler pendeln aus Distanzgründen nicht täglich zur Schule, sondern wohnen in einem angegliederten Wohnheim. Organisatorisch ist die Erstellung von Stunden- und Monats-/Jahresterminplänen eine große Herausforderung für das Schulzentrum, da gerade die Sportschülerinnen und -schüler oft wegen Trainings oder Wettkämpfen fehlen und deshalb ein klassischer Frontalunterricht nicht immer möglich ist. Erkennbar war dies durch die Verwendung von Freiarbeit oder Wochenplänen, die von den Schülerinnen und Schülern selbstständig bearbeitet werden. Die Lehrkräfte agieren als Ansprechpartner bei Fragen und Problemen und kontrollieren die Lerngruppen. Gesteuert werden diese freien Unterrichtsformen per Arbeitsaufträge in Microsoft Teams. Eine Besonderheit ist das von Schülerinnen und Schülern komplett selbstständig betriebene Café im Eingangsbereich/Aula der Schule.

In der Fachschule für Forst- und Landwirtschaft Fürstenburg in Burgeis unterrichten 35 Lehrkräfte. Auch hier wohnen die meisten der 187 Schülerinnen und Schüler im angegliederten Heim, in dem zusätzliche Betreuungspersonen und Hauspersonal untergebracht sind. Auch an dieser Schule gibt es in den Jahrgangsstufen 9 bis 13 keine Klassen über 20 Schülerinnen und Schüler. Das Schulgebäude ist in insgesamt drei Teile gegliedert: Die Fürstenburg selbst ist eine mittelalterliche Burganlage, die architektonisch hervorragend mit modernen Elementen zu einer sehr funktionalen und dennoch in ihrem Kern stets ihren Charakter wahrenden Schule in einem historischen Umfeld umgewandelt wurde. Hier befinden sich neben zahlreichen Unterrichtsräumen auch die Mensa, ein Lehrerzimmer und mehrere Heimzimmer. Der zweite Teil der Schule befindet sich von außen unscheinbar und wiederum architektonisch hervorragend konzipiert, wortwörtlich im, der Burggegenüberliegenden, Hang. Hier wurde unterirdisch ein dreistöckiger Trakt mit Tiefgarage, mehreren Klassenzimmern, Computerräumen und Fachunterrichtsräumen (z.B.
Sennerei) untergebracht.
Trotz seiner Lage unter der Erdoberfläche ist dieses Gebäude durch Lichtschächte nicht vom Tageslicht abgeschnitten. All dies verleiht der Schule ein sehr modernesäußeres Erscheinungsbild. Ein drittes Gebäude befindet sich etwas weiter in Richtung des Ortszentrums und fungiert hauptsächlich als Wohnheim. Allerdings sind auch einzelne Fachbereiche dort untergebracht, zum Beispiel die Brennerei.








    Beobachtungen im Unterricht:

OSZ Mals

Der Unterricht der Klassen erfolgte in den beobachteten Stunden größtenteils im Klassenverband. Im Lehrer-Schüler-Gespräch und in Kurzvorträgen mit digitalen Präsentationen wurden Themen gemeinsam entwickelt. Vielfach wurde der Unterricht auch mit Hilfe der Plattform Microsoft Teams in freier Form konzipiert. Dies ist am OSZ zwingend notwendig, da sich viele Schülerinnen und Schüler des Sportgymnasiums immer wieder über längere Zeiträume und auch sehr kurzfristig auf Trainings- oder Wettkampfsaufenthalten befinden. Die Lehrkraft fungiert in diesen freien Unterrichtsstunden als ständig verfügbare Ansprechperson (z.B. im Klassenzimmer oder in Lerninseln auf den Gängen). Die Schülerinnen und Schüler können sich die vorgegebene Zeit selbst einteilen, müssen den Stoff aber in dieser Zeit auch bewältigt haben.

Sehr beeindruckend am OSZ Mals ist, wie die Inklusion von Schülerinnen und Schüler mit körperlichen und geistigen Behinderungen umgesetzt wird. Diese erhalten an den meisten Schultagen Unterstützung durch Begleitpersonen und Stützlehrern und können dadurch an den normalen Unterrichtsstunden teilnehmen. Sie werden von ihren Mitschülerinnen und Mitschülern sehr gut akzeptiert und mit großer Selbstverständlichkeit in das Unterrichtsgeschehen einbezogen. Dadurch ist bei den Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf eine sehr positive Entwicklung während ihres gesamten Schulaufenthaltes erkennbar.

 

Fürstenburg Burgeis

Auch hier fand der Unterricht in den „klassischen Fächern“ vor allem im Klassenverband mit Kreidetafel oder elektronischer Tafel statt. Einige Lehrkräfte setzten dabei auch verstärkt auf Gruppenarbeit. Eine Besonderheit ist das hohe Maß an Projektarbeit, hierfür gibt es sogar ein eigenes Unterrichtsfach. In diesem wird den Schülerinnen und Schülern die strukturierte und gezielte Herangehensweise an Projekte beigebrachte. Ziel ist eine ausführliche Projektanalyse und praktische Durchführung als „Abschlussarbeit“. Die gezeigten Beispiele waren von hoher Qualität und beeindruckten durch ihren Ideenreichtum.

Bedingt durch die Ausrichtung der Schule findet viel praktischer Unterricht statt. Zum Beispiel konnte der Unterricht im Fach „Sennerei“ in der schuleigenen Sennerei, die Obstveredlung in der ebenso schuleigenen „Brennerei“ und ein Kurs mit Bezug auf den Nährgehalt von Heu in der „Landwirtschaftlichen Werkstatt“ besucht werden.

Die Schule verfügt weiterhin über einen eigenen Fuhrpark an Kleinbussen, damit die Schülergruppen an ihre Praktikumsstätten transportiert werden können.

Auch der Unterricht im Klassenzimmer nimmt oft Bezug auf das spätere Arbeitsleben der Schülerinnen und Schüler. So wurden während einer Stunde beispielsweise die Besonderheiten des Apfelanbaus im Vinschgau erörtert und anschließend präsentiert.
   





    Planung des Austauschprogramms im Oktober:

Während des Aufenthalts besuchten Roland Heimisch und Christoph Ströbel zusammen mit Schülern des OSZ SoGym auch das Landwirtschaftsprojekt „Vinterra“. Dort wird ökologischer Landbau betrieben und sozial benachteiligten Menschen eine neue Arbeitsperspektive ermöglicht.

Die Beilngrieser Schülerinnen und Schüler sollen dort an einem Tag während des Austausches zusammen mit ihrenSüdtiroler Partnern an einem Projekt arbeiten. Hierzu konnten vor Ort mit einer Mitarbeiterin von Vinterra weitere Details geklärt werden.

Christoph Ströbel und Roland Hemisch

   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
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